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Warum es wichtig ist, dass du Fehler machen darfst.

Viele von uns sind mit dem "Wissen" groß geworden, dass sie keine Fehler machen dürfen.

Ob nun subtil oder sehr direkt - eines war und ist klar: wer Fehler macht ist weniger wert, ist eben selbst fehlerhaft, nicht sonderlich liebenswert, zu nichts zu gebrauchen, dumm, oder, oder, oder.

Deswegen gibt es sehr viele Menschen, welche auf verschiedenste Art und Weise von sich schieben, dass auch sie Fehler machen, dass sie sich geirrt haben, dass sie ein Problem haben, etwas nicht können, .... .

Zum Beispiel

  • suchen einige den Fehler immer beim Anderen: Der Andere muss ja schließlich Schuld sein, bei ihm muss der Fehler liegen. Alles andere ist (fast) unmöglich,
  • oder sie zerreden alles bis nichts mehr da ist, was vielleicht "falsch" gewesen sein könnte,
  • da gibt es auch die scheinbar positiv denkende Menschen. Sie sagen: es war bestimmt gut, dass ich den Bus verpasst habe, weil ich unbedingt noch dieses und jenes tun musste, vielleicht hat der ja einen Unfall! (hierzu unten noch eine Erläuterung)
  • und dann gibt es noch die Menschen, die eigentlich wissen, dass sie ein schlechtes Selbstwertgefühl haben und auch schon ihr Körper ihnen deutlich sagt: mir geht es nicht gut - aber sie haben ,,keine Probleme"

Was ist ihnen allen gemein?   -  Das sie sich das Leben unnötig schwer machen !

Denn sowohl im Inneren, wie im Außen kreisen die Gedanken, Gefühle und Worte um Rechtfertigung, Schuld, Verurteilung, Verdrängung, leerem Warum, Grämen, Kampf, Nutzlosigkeit, Dummheit und anderen belastenden Dingen.

 

Viele "arbeiten" ja schon an sich.

Sie wollen andere nicht mehr verurteilen und wissen dass Schuldzuweisungen zu nichts führen. Sie wollen in Liebe leben und den anderen Menschen mit all seinen Fehlern annehmen können. Und sie scheitern und verzweifeln vielleicht sogar daran, weil es nicht klappt wie gewünscht.

Aber wie kann dies klappen, wenn sie ihre eigenen Fehler nicht anerkennen können?

Wir haben vergessen, wie wichtig Fehler sind.

 

Wie es auch im Text von "Mut zur Veränderung" ( Xavier Naidoo) heißt:

Du machst so viele Fehler, die schmerzhaft sind
Und keiner sagt mehr „Das kann passieren mein Kind"
Doch du musst nur aus diesen Fehlern lernen
Dann können sich die Fehler und die Niederschläge ruhig noch mehren
Denn irgendwann wird sich das Ganze dann ins Gegenteil verkehren
Und du wirst lange Zeit später von deinen Fehlern zehren
Du nennst sie dann Erfahrungsschatz und hältst sie in Ehren
Denn den Zutritt dorthin kann dir keiner verwehren

Weiterlesen: https://www.songtexte-lyrics.de/mut-zur-veraenderung-lyrics-xavier-naidoo/
Du machst so viele Fehler, die schmerzhaft sind
Und keiner sagt mehr „Das kann passieren mein Kind"
Doch du musst nur aus diesen Fehlern lernen
Dann können sich die Fehler und die Niederschläge ruhig noch mehren
Denn irgendwann wird sich das Ganze dann ins Gegenteil verkehren
Und du wirst lange Zeit später von deinen Fehlern zehren
Du nennst sie dann Erfahrungsschatz und hältst sie in Ehren
Denn den Zutritt dorthin kann dir keiner verwehren

Weiterlesen: https://www.songtexte-lyrics.de/mut-zur-veraenderung-lyrics-xavier-naidoo/
Du machst so viele Fehler, die schmerzhaft sind
Und keiner sagt mehr „Das kann passieren mein Kind"
Doch du musst nur aus diesen Fehlern lernen
Dann können sich die Fehler und die Niederschläge ruhig noch mehren
Denn irgendwann wird sich das Ganze dann ins Gegenteil verkehren
Und du wirst lange Zeit später von deinen Fehlern zehren
Du nennst sie dann Erfahrungsschatz und hältst sie in Ehren
Denn den Zutritt dorthin kann dir keiner verwehren

Weiterlesen: https://www.songtexte-lyrics.de/mut-zur-veraenderung-lyrics-xavier-naidoo/
Du machst so viele Fehler, die schmerzhaft sind
Und keiner sagt mehr „Das kann passieren mein Kind"
Doch du musst nur aus diesen Fehlern lernen
Dann können sich die Fehler und die Niederschläge ruhig noch mehren
Denn irgendwann wird sich das Ganze dann ins Gegenteil verkehren
Und du wirst lange Zeit später von deinen Fehlern zehren
Du nennst sie dann Erfahrungsschatz und hältst sie in Ehren
Denn den Zutritt dorthin kann dir keiner verwehren

Weiterlesen: https://www.songtexte-lyrics.de/mut-zur-veraenderung-lyrics-xavier-naidoo/

....

Du machst so viele Fehler, die schmerzhaft sind
Und keiner sagt mehr „Das kann passieren mein Kind"
Doch du musst nur aus diesen Fehlern lernen
Dann können sich die Fehler und die Niederschläge ruhig noch mehren
Denn irgendwann wird sich das Ganze dann ins Gegenteil verkehren
Und du wirst lange Zeit später von deinen Fehlern zehren
Du nennst sie dann Erfahrungsschatz und hältst sie in Ehren
Denn den Zutritt dorthin kann dir keiner verwehren

....

 

 

Viele denken bei diesen Fehlern allerdings nur an die großen Fehler.

 

Ich denke hier bei meinem Artikel auch an die kleinen Fehler, die welche uns alltäglich passieren: Etwas falsch verstanden zu haben, sich zu irren, eine falsche Entscheidung zu treffen, etwas verwechselt zu haben, etwas nicht zu können oder eben nicht so gut zu können, zu stolpern, sich verschrieben zu haben, ... - die Fehler, die uns so wundervoll unperfekt machen!

 

Und ich möchte die Menschen ansprechen, welche, v.a. unbewusst, ihre Unzulänglichkeiten, Fehler und Irrtümer verdrängen, überspielen und eben einfach nicht wahrnehmen wollen und damit teilweise tatsächlich nicht mehr wahrnehmen können.

Unter deren Anwesenheit sie jedoch leiden, weil sie hiermit das Schlechteste verbinden was es in ihrer Welt gibt: z.B. nichts wert zu sein, deswegen nicht geliebt zu werden, ausgestoßen und allein gelassen zu werden.

Diese Menschen sind zumeist sehr liebevoll und möchten es jedem Recht machen, streben Harmonie an und Frieden. Aber sie können es nicht erreichen, weil in ihnen ein Krieg tobt.

 

,,Ich bin auch nur ein Mensch", ist für mich ein wundervoller Ausspruch, wenn es darum geht, auch Fehler machen zu dürfen.

 

Davon mal abgesehen: wer definiert überhaupt, was ein Fehler ist?

Ob etwas ein Fehler war oder nicht, kann eigentlich nur jeder für sich entscheiden. Ein anderer kann uns zwar sagen, was er nicht so toll findet, nicht mag, anstrengend oder belastend findet, aber allein du entscheidest ob es ein Fehler für dich war oder nicht.

Wie entscheidest du das? Nun eigentlich ganz einfach:  Achte auf dein Gefühl.

Fühlt sich etwas schlecht an, steigt Ärger in dir hoch oder andere negative Gefühle, dann war es ein Fehler - für dich.

Dieses Gefühl ist naturgemäß durchaus wichtig für uns, es treibt uns an etwas zu lernen, zu optimieren, besser zu machen, bis es uns genügt und wir zufrieden damit sind. Natürlich sind wir sehr unterschiedlich und auch unsere Erziehung spielt immer eine Rolle bei der Beurteilung: Was ist falsch.

Daher ist es immer gut auch dich selbst zu hinterfragen: War dies wirklich falsch? Kommt das negative Gefühl wirklich von mir? Oder ist es etwas antrainiertes, resultiert es aus einem negativen Glaubenssatz oder meine ich nur mich schlecht fühlen zu müssen?

Aber das sind Fragen für diejenigen, welche ihre Fehler, Unzulänglichkeiten usw. schon anerkennen können.

 

Für alle anderen ist es zuerst einmal wichtig anzuerkennen, das sie auch mal was falsch machen.

Nun erläutere ich dies an dem 3. Beispiel oben: den scheinbar positiv denkenden Menschen:

 

Die beste Taktik zu Verdrängen ist es, etwas positiv zu reden. Denn, wenn es wirklich kein Problem ist, sondern mit Gelassenheit als gegeben hingenommen werden kann, was auch immer passiert ist, dann braucht man es nicht erst positiv reden.

Dies ist dann nur eine sehr abstrakte Art der Rechtfertigung. Diese Menschen fühlen sich nicht wirklich gut mit ihrer Begründung, sie ärgern sich trotzdem, wenn auch unterschwellig. Sie können nicht loslassen, sondern die Gedanken kreisen um das Geschehene. Ihre innere Stimme sagt ihnen vor dem positiv reden immer: ,,hättest du mal",  ,,wenn ich nicht, dann", ,,wäre ich doch" oder ,,ich ärgere mich, dass" - sie dreht sich im Kreis, es findet keine Lösung statt, sondern nur Vorwürfe.

Wichtig für diese Menschen ist es, dieser ersten Stimme erst einmal "Recht" zu geben. ,,Ja", können sie ihr antworten, ,,es war blöd, was da passiert ist" und ,, Ja, es ist in Ordnung, dass ich mich ärgere, ich finde es ja doof".

Wenn sie also anerkennen können, dass eben mal etwas schief gelaufen ist und sich erlauben sich darüber zu ärgern, dann fangen sie an sich zu hören und sich ernst zu nehmen. Und dann: Dann können sie loslassen. Denn was geschehen ist, ist geschehen. Und die einzige Konsequenz dessen sollte sein, dass man irgendetwas daraus lernen konnte oder eben nicht.

Und wenn sie das ehrlich machen können, dann, und erst dann, können sie sich fragen, ob sie vielleicht etwas ändern wollen.

Dann können sie später vielleicht sogar das Positive in der Situation erleben. Aber ehrlich und einfach.

 

Wenn du anerkennen kannst, dass mal etwas schief geht, du eben mal einen Fehler machst, oder etwas nicht schaffst und auch deinem negativen Gefühl Raum geben kannst, dann kannst du loslassen, daraus lernen, und mit Leichtigkeit im Herzen erfahren was das Leben sonst noch für dich bereit hält.

Du verschwendest deine Zeit nicht mehr mit Rechtfertigungen und Verurteilungen - und zwar gegenüber dir und anderen.

 

Und da du es bei dir zulassen kannst, kannst du auch bei anderen zulassen, dass sie mal was falsch machen.

Wenn du dir mit Verständnis, Respekt und Liebe begegnest, dann kannst du es auch bei anderen.

 

Es ist also sehr wichtig, dir deine Fehler zu erlauben, weil du dich dann als Vollkommen erkennen kannst, auch wenn nicht immer alles perfekt läuft.

Außerdem kann dann deine Kreativität (z.B. wie kann ich es nächstes Mal besser machen) frei fließen. Sie ist nicht blockiert von all den Vorwürfen und v.a. nicht mit der ständigen Gedankenarbeit, alles gut zu reden - Denn dann, ist ja alles gut.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Josephine (Mittwoch, 28 Februar 2018 09:43)

    Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mir so manches versuche gut zureden und doch immer wieder mit Ärger daran denke. Echt krass. Aber ich werde diesen Weg jetzt mal versuchen. Es fühlt sich schon bei der Vorstellung sehr erleichternd an.